Schreibrausch.

wie ich bin.

Ich vermisse es ….GAR NICHT.

Immer noch am Smartphone fasten. Ich vermisse es gar nicht mehr. Ich weiß grade gar nicht, ob ich es überhaupt wieder haben möchte, wenn nur ohne Whatsapp.

Diese Ruhe ohne ständige Erreichbarkeit und diese schöne Seite des Lebens, das Handy unabsichtlich vergesssen und nach Stunden erst verstehen und sich fragend, wo das Handy geblieben ist. Ich lebe viel mehr im Jetzt. Die Gegenwart hat eine viel intensivere Bedeutung erhalten, nicht das virtuelle “Jetzt” zählt, sondern meine Realität.

Tolles Gefühl.

Freundschaft

Wie viele Freunde verträgt der Mensch? 500+ wie auf Facebook? Fünf, damit man sie an einer Hand abzählen kann? Eine gute Freundin, einen guten Freund? Schwer zu sagen, doch irgendwie wächst mir manches über den Kopf.

Der Alltag frisst so viel Zeit. Der Trott verschlingt mehr Minuten, als es mir manchmal recht ist. Die Zeit die ich habe, nutze ich so gut es geht und dennoch habe ich das Gefühl nie jedem gerecht zu werden. Doch ist das Streben, es jedem recht zu machen, nicht der völlig verkehrte Grund?!

Ich habe so viele liebe Menschen um mich herum, denen ich vertrauen kann, die mir vertrauen und man sich einfach blind versteht. Da ist keiner einem böse, wenn man es erst nach vier Wochen schafft sich auf einen Kaffee zu treffen. Dann gibt es wiederum Freunde, da habe ich das Gefühl, dass sie jede Absage, jedes Nicht-Melden, direkt als Todesurteil für die Freundschaft sehen.

Als Strafe melden sie sich nicht mehr, antworten erst Tage später oder gar nicht. Richtig erwachsen. Ihr regt euch nie sofort, wenn ich mich melde, aber wenn ihr euch meldet, soll ich am besten alles stehen und liegen lassen und sofort zu euch gehen oder fahren. Eure Probleme wiegen schwerer als meine, euer Übergewicht ist wichtiger als meines, euer Studium ist schwerer als meins, eure Geldsorgen sind immenser als meine und eure …..! Das ist doch krank. Dort herrscht kein ausgewogenes Verhältnis, keine Ehrlichkeit. Da ist mehr Wut als Trost.

Ich hoffe die Zeit verschafft Klarheit.

Eine Woche Fastenzeit ist um.

Worauf Fasten, ist das Fasten nicht allgemein total altmodisch und hat eh den Ursprung im katholischen Glauben und hat mich als Protestantin eh nicht zu interessieren?! Ich hab da andere Erfahrungen gemacht.

Fasten ist ein interessantes Unterfangen, der Verzicht ermöglicht viele Erkenntnisse, über sich selbst und den eigenen Konsum.
 Worauf man letztlich fasten sollte, ist jedem selbst überlassen. Vor Jahren habe ich auf Facebook gefastet, habe mich deaktivieren lassen und habe feststellen dürfen, wie viel Zeit ich plötzlich zur Verfügung hatte. Innerhalb der sieben Wochen habe ich sechs dicke Bücher gelesen, habe nicht vor dem Laptop gehangen, um mich mit Freunden zu unterhalten, sondern bin hingefahren, habe angerufen oder sonstiges. Es hat mir sehr viel über mich selbst und meinen Konsum gezeigt, wie süchtig ich nach einer virutellen Plattform war, die mir nichts gebracht hat, als die stetige Kontrolle und Sucht, alles mitbekommen zu wollen, was irgendwelche Freunde mitteilen wollten. Ätzend.

Diese Art des Fastens ist nun ein paar Jahre her und seitdem habe ich keine große Idee gehabt worauf es sich lohnt zu fasten. Auf Nahrung, wie Süßigkeiten, etc. erachte ich weniger sinnvoll. Der Gedanke auf etwas zu Fasten, was viel Zeit im Leben einnimmt, einem enorm wichtig ist und man prinzipell nicht darauf verzichten möchte, wenn man es nicht verhindern könnte.

Dieses Jahr faste ich auf mein Smartphone. Kein Internet in der Handtasche, kein WhatsApp in der Freizeit und kein permanentes Erreichbar-Sein. Die Hölle für mich, die viel zu oft am chatten ist, sich minütlich erkundigt, ob jemand was neues gepostet hat oder bei Intagram etwas neues passiert ist. Einfach schrecklich und nervig. Dann sitzt man mit dem Freund auf der Couch und jeder hat sein Smartphone in der Hand, beschäftigt sich mit Nichtigkeiten, anstatt die Gemeinsamkeit auszukosten. Dann geht man auf eine Party und alle hängen an den Smartphones, schicken sich gegenseitig grade geschossene Selfies, Fotos oder lästern über die Person die nebenan sitzt. Das ist doch krank!

Darauf hatte ich einfach keine Lust mehr, ich möchte mich nicht aus der Affaire ziehen, ich war ja nichts besser. Immer hockte ich vor dem doofen Ding, war am spielen, schreiben, kontrollieren, wieder spielen, gucken und schreiben, dann nochmal kontrollieren und dann hab ich wieder von vorne angefangen. Dazu kam diese Eifersucht. “Schatz, mit wem schreibst du?” , “Schatz, was will die schon wieder?”….bla. Sowas beklopptes. Diese virtuelle nicht existierende Realität macht die Menschen auf Dauer krank. Man spinnt rum, man hat sich nicht mehr davon abzuwenden, man wird süchtig. Natürlich gibt es Menschen, die dem nicht verfallen und andere werden sich diese Abhängigkeit niemals eingestehen.

Nichtsdestotrotz habe ich eingesehen, dass es zu viel ist, zu viel Smartphone. Seit einer Woche haben wir nun alte Knochen. Die haben noch Infrarot, Bluetooth und GPRS. Da ist nichts mit Apps oder Internet. Einfach nur ein Handy, mit richtigen tasten, wo man für SMS noch jede Zahl häufiger betätigen muss um z.B. ein S schreiben zu können…. richtig retro. Und erstaunlicher Weise tut es so gut!

Nicht immer erreichbar sein, nicht ständig Benachrichtigungen erhalten für Nichtigkeiten. Wer was will schreibt eine SMS, ruft an. JA das man mit Smartphones telefonieren kann, haben ja auch die Wenigsten verstanden.

Weiter gehts. Ich habe plötzlich viel mehr Zeit, genieße die Freizeit, den veilen Sport und andere Aktivitäten. Es tut einfach so gut.

Ich kann das Vorhaben nur empfehlen und es ist erstaunlich, wie gut es ohne moderner Technologie geht.

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