Aus dem Leben

Eine Woche Fastenzeit ist um.


Worauf Fasten, ist das Fasten nicht allgemein total altmodisch und hat eh den Ursprung im katholischen Glauben und hat mich als Protestantin eh nicht zu interessieren?! Ich hab da andere Erfahrungen gemacht.

Fasten ist ein interessantes Unterfangen, der Verzicht ermöglicht viele Erkenntnisse, über sich selbst und den eigenen Konsum.
 Worauf man letztlich fasten sollte, ist jedem selbst überlassen. Vor Jahren habe ich auf Facebook gefastet, habe mich deaktivieren lassen und habe feststellen dürfen, wie viel Zeit ich plötzlich zur Verfügung hatte. Innerhalb der sieben Wochen habe ich sechs dicke Bücher gelesen, habe nicht vor dem Laptop gehangen, um mich mit Freunden zu unterhalten, sondern bin hingefahren, habe angerufen oder sonstiges. Es hat mir sehr viel über mich selbst und meinen Konsum gezeigt, wie süchtig ich nach einer virutellen Plattform war, die mir nichts gebracht hat, als die stetige Kontrolle und Sucht, alles mitbekommen zu wollen, was irgendwelche Freunde mitteilen wollten. Ätzend.

Diese Art des Fastens ist nun ein paar Jahre her und seitdem habe ich keine große Idee gehabt worauf es sich lohnt zu fasten. Auf Nahrung, wie Süßigkeiten, etc. erachte ich weniger sinnvoll. Der Gedanke auf etwas zu Fasten, was viel Zeit im Leben einnimmt, einem enorm wichtig ist und man prinzipell nicht darauf verzichten möchte, wenn man es nicht verhindern könnte.

Dieses Jahr faste ich auf mein Smartphone. Kein Internet in der Handtasche, kein WhatsApp in der Freizeit und kein permanentes Erreichbar-Sein. Die Hölle für mich, die viel zu oft am chatten ist, sich minütlich erkundigt, ob jemand was neues gepostet hat oder bei Intagram etwas neues passiert ist. Einfach schrecklich und nervig. Dann sitzt man mit dem Freund auf der Couch und jeder hat sein Smartphone in der Hand, beschäftigt sich mit Nichtigkeiten, anstatt die Gemeinsamkeit auszukosten. Dann geht man auf eine Party und alle hängen an den Smartphones, schicken sich gegenseitig grade geschossene Selfies, Fotos oder lästern über die Person die nebenan sitzt. Das ist doch krank!

Darauf hatte ich einfach keine Lust mehr, ich möchte mich nicht aus der Affaire ziehen, ich war ja nichts besser. Immer hockte ich vor dem doofen Ding, war am spielen, schreiben, kontrollieren, wieder spielen, gucken und schreiben, dann nochmal kontrollieren und dann hab ich wieder von vorne angefangen. Dazu kam diese Eifersucht. „Schatz, mit wem schreibst du?“ , „Schatz, was will die schon wieder?“….bla. Sowas beklopptes. Diese virtuelle nicht existierende Realität macht die Menschen auf Dauer krank. Man spinnt rum, man hat sich nicht mehr davon abzuwenden, man wird süchtig. Natürlich gibt es Menschen, die dem nicht verfallen und andere werden sich diese Abhängigkeit niemals eingestehen.

Nichtsdestotrotz habe ich eingesehen, dass es zu viel ist, zu viel Smartphone. Seit einer Woche haben wir nun alte Knochen. Die haben noch Infrarot, Bluetooth und GPRS. Da ist nichts mit Apps oder Internet. Einfach nur ein Handy, mit richtigen tasten, wo man für SMS noch jede Zahl häufiger betätigen muss um z.B. ein S schreiben zu können…. richtig retro. Und erstaunlicher Weise tut es so gut!

Nicht immer erreichbar sein, nicht ständig Benachrichtigungen erhalten für Nichtigkeiten. Wer was will schreibt eine SMS, ruft an. JA das man mit Smartphones telefonieren kann, haben ja auch die Wenigsten verstanden.

Weiter gehts. Ich habe plötzlich viel mehr Zeit, genieße die Freizeit, den veilen Sport und andere Aktivitäten. Es tut einfach so gut.

Ich kann das Vorhaben nur empfehlen und es ist erstaunlich, wie gut es ohne moderner Technologie geht.

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2 Kommentare zu „Eine Woche Fastenzeit ist um.

  1. Toller Beitrag! Hab’s genossen, gerade das Zeit verbringen mit dem Partner und dabei das Smartphone mal woanders liegen lassen ist große Kunst heutzutage. Ich wünschte es würden mehr Menschen so denken wie du!!!

  2. Vielen Dank mein Lieber.
    Hat echt viele Vorzüge und man braucht die modernen Teile wirklich nicht, sie sind luxus. Werde nach den sieben Wochen hoffentlich den Konsum im Griff haben, Apps löschen und das Ding mal häufiger vergessen und nicht ausrasten, wenn ich es mal nicht dabei habe :)

    Grüße nach England :)

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