Aus dem Leben

Das Kleine.


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Das Kleine. Es ist Bestandtiel des Großen und doch wird es oftmals übersehen und weniger mit Relevanz gefüllt. Es ist da. Es umgibt uns. Es wird immer dort sein. Der Blick ist dem Kleinen oft nicht mehr gewachsen, er scheint verkümmert und überblickt lediglich die große Masse, das große Ganze. Das Kleine kann buchstäblich klein sein oder es kann ihm schlichtweg eine kleine Bedeutung zuteilwerden. Was es auch immer als klein definiert – es ist viel größer als wir denken.

Innerhalb meines Studiums habe ich viele Kunstseminare zum Thema „Kulturen und die Ästhetik des Kleinen“ besucht. Es ist unfassbar wie viele kleine, fragmentalisch und detaillierte Dinge uns täglich begegnen und wir sie einfach übersehen. Miniatur, kleine Formen, die oftmals viel präziser und komulierter daherkommen und eine ganz eigene Ästhetik mit sich bringen. Achtsam und Sensibiliert sein, um diese kleine Form überhaupt erfassen zu können. Texte, miniatur Prosa und kleine Kunst sind in der heutigen Kunstszene nicht mehr wegdenkbar, doch bereits in der frühen Neuzeit stößt das geschulte Auge auf die kleine Form. Sie wird unterschätzt, oft „beniedlicht“ und erfährt schlichtweg selten die Wertung, die etwas großes erfährt.

In unserer Gesellschaft scheint dies ähnlich behaftet zu sein. Die kleinen Taten, die kleinen Gesten wirken oft wertlos im Vergleich zu den gleichwertig „größeren“. Lebensretter und Spendengelder in ÜBERGRÖSSE dämpfen den Wert von den kleinen Formen der Wertschätzung und Nächstenliebe. Dabei hat das Kleine eine Kraft in sich, die das Große nicht für sich beanspruchen kann: Das Kleine wird niemals die Form des Ganzen antasten, sondern lediglich die Materie verändern. Hingegen verändert das Große oftmals auch die Form. Kleine Taten und Gesten sind komprimiert, sie konkretisieren sich auf ein Detail, das eine ganz andere Würdigung mit sich bringt. Es führt zu einem anderen Verständnis von Alltagserfahrung und Sichtweisen die das alltägliche betreffen.

Die Sichtweisen die man heutzutage Dank Facebook&co mitbekommen darf, muss, …was auch immer, spiegeln diese Sicht wieder. Da wird sich beschwert über ehrenamtliche Tätigkeiten die nicht dem Gusto des Herrn F. schmecken. Dass diese Person oder Person X nicht die kleinen Dinge sehen, die auf dem zweiten Blick ganz groß daherzukommen scheinen, dass sich Menschen freiwillig einsetzen, sich bemühen für Andere, versuchen andere Interessen zu vertreten &&&. Das wird nicht gesehen – der Blick zielt aufs Große, auf das Gesamte. Das kleine wird übersehen oder ignoriert.

Augen auf.

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